US Midterm Elections 2026: Ein Stimmungstest für Trump und die Zukunft der USA
Show notes
Am 3. November 2026 entscheiden die US-Wähler über die Zusammensetzung des Kongresses. Für Donald Trump und die Republikaner stehen die Zeichen alles andere als günstig: sinkende Zustimmungswerte, gebrochene Wahlversprechen und wachsende Unzufriedenheit setzen die Regierungspartei unter Druck.
Im Podcast analysiert oiip-Direktor Dr. Cengiz Günay gemeinsam mit Johannes Späth die politische Ausgangslage und die möglichen Folgen der Midterm Elections. Wie stark können die Demokraten die Macht von Trump tatsächlich einschränken? Steht MAGA vor einem Wendepunkt? Und in welche Richtung entwickeln sich die beiden großen politischen Parteien der USA?
Show transcript
00:00:01: Herzlich willkommen zum Podcast des österreichischen Instituts für internationale Politik.
00:00:07: Hallo, heute sprechen wir über die Midterms in den USA.
00:00:12: Sie gelten insbesondere jetzt in der zweiten Amtszeit von Donald Trump als besonders wichtig ein Messgrad über seine Popularität einerseits aber es geht natürlich auch um die Zukunft der Magerbewegung an sich, der republikanischen Partei und viele Umfragen sagen einen Erdrutschsieg der Demokraten voraus.
00:00:38: Aber wir wissen auch aus der Vergangenheit dass man diesen Umfrag nicht immer so ganz trauen kann und das eigentlich Donald Trump immer für eine Überraschung Gut ist.
00:00:49: Ich spreche heute darüber mit meinem Kollegen Johannes Spät, hallo Johannes!
00:00:55: Hallo!
00:00:57: Schön, dass du da
00:00:57: bist!
00:00:58: Danke, dass Du da bist.
00:01:00: Johannes arbeitet am OIP zu den USA, du monitorst die USA und beobachtest sozusagen elementare Veränderungen sei es politisch gesellschaftlich wirtschaftlich und führst das dann in deine Analysen ein.
00:01:17: Johannes, wie siehst du den Ausgang dieser Midterms?
00:01:22: Glaubst du es kommt tatsächlich zu einem Erdutsch-Sieg.
00:01:25: Ich meine die Wahlen finden heute statt.
00:01:27: deswegen kann man nur spekulieren.
00:01:29: wir werden sehen was raus.
00:01:30: und glaubst du das kommt ein ganz eindeutiges Ergebnis?
00:01:34: Ganz genau also.
00:01:36: ich würde noch ein bisschen qualifizieren.
00:01:38: Die Umfragen schauen zwar sehr gut aus für die Demokraten aber man muss sich schon genau anschauen über welche Distrikte wir genau reden Wahlen man genau spricht und zum Teil sind entscheidende Wahlkämpfe in einzelnen Staaten schon auch noch sehr, sehr eng.
00:01:56: Das ist ja nicht nur eine Wahl sondern es finden viele wahlen gleichzeitig statt.
00:02:00: Deswegen würde ich vielleicht nochmal kurz einen Schutz mitnehmen und sagen was denn eigentlich diese Mütter waren?
00:02:08: Mitterm bedeutet in der Mitte einer Präsidentschaftsamtszeit wird noch einmal gewählt und zwar aber nicht der Präsident, sondern das Parlament oder wir sehen den USA ist der Kongress.
00:02:24: Aber auch hier muss man nochmal unterscheiden zwischen den beiden Kammern des Kongresses.
00:02:29: im Repräsentantenhaus Was die größere Kammer ist mit vierhundert und dreißig Sitzen, rotieren alle Repräsentaten raus beziehungsweise diese müssen sich zur Wiederwahl stellen.
00:02:41: Im Senat sieht das Ganze aber anders aus.
00:02:43: Der Senat ist die kleinere Kamma.
00:02:45: hier gibt es nur ein Hundert Sitze und jeder Staat, jeder Bundesstaate USA egal wie groß der ist, egal wie wirtschaftlich bedeutungsvoll er ist,
00:02:55: stehen
00:02:55: genau zwei Senatoren.
00:02:58: von diesen rotieren bei jeder Mitwarn-Wahl aber nur ein Drittel raus.
00:03:03: Und das ist auch ein bisschen die Crux für die Demokraten bei dieser Wanne, denn wie es eben diese Konstellation über dieses Rotationssystem gerade hat, routieren mehr Demokraten heraus als Republikaner aktuell.
00:03:16: Das heißt, es stehen mehr Demokraten zur Wahl als republikanische Szenatoren?
00:03:21: Genau!
00:03:22: Diese verlieren in der Theorie mehr Sitze dadurch dass sie mehr demokratische Sitze rausrotieren Und sie müssten
00:03:28: fünf
00:03:29: oder sechs Sitze flippen, das heißt also von republikanisch zu demokratisch.
00:03:34: Von rot auf
00:03:35: blau!
00:03:35: Ganz genau und hier liegt auch die Krux ein bisschen darin begraben wie erfolgreich dieser heutige Wahltag tatsächlich ausgehen wird für die Demokraten.
00:03:48: denn im Repräsentantenhaus ist die Sache mehr oder weniger klar.
00:03:52: die allermeisten Polster und auch Wettanbieter, andere Vorhersage-Institute etc.
00:03:59: sehen die Chance dass die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen werden bzw.
00:04:03: die Mehrheit dort haben werden nach den Wetterwahlen bei über neunzig Prozent.
00:04:08: also man sieht für ein Neunzigprozent unähnliches und ich denke dass es auch die uninteressantere Geschichte interessanter ist wie es im Senat ausgeht.
00:04:16: Und hier muss man
00:04:17: meinen, dass Senat auch mehr Vollmachten
00:04:20: hat
00:04:20: oder?
00:04:20: Also mehr Gewichte als das Repräsentaten heißt.
00:04:24: Ich weiß nicht, ob man pauschal wirklich sagen kann mehr aber der Senat spielt auf jeden Fall eine extrem gewichtige Rolle und vor allem auch ich glaube da kommen wir ja auch gleich noch dazu in Fragen wenn es zum Beispiel ums Impeachment geht oder
00:04:38: Außenpolitik.
00:04:43: Also die beiden Kammern des Kongressors sind mehr oder weniger gleichwertig aus meiner Sicht, wenn es um solche Dinge geht wie Gesetzgebung, die dann auch wieder die Außenpolitik beeinflussen würden.
00:04:52: Oder eben auch die Innenpolitik, die die meisten Gesetze oder alle Gesetzesvorhaben müssen im Repräsentantenhaus starten, dass die Mehrheit am Repräzentantenhaus hinter sich bekommen und werden dann an den Senat weitergegeben, die Veränderungen machen können im Senat.
00:05:11: Und dort müssen sie, muss man eben auch eine Mehrheit des Senats zustimmen und dann werden Gesetzesvorschläge dem Präsidenten vorgelegte diese dann unterzeichnen muss oder kann eigentlich.
00:05:23: das ist nämlich auch noch ein weiterer Aspekt.
00:05:25: den Trump hat bereits angekündigt dass falls die Demokraten beide Kammern gewinnen sollten würde er zum W-Tunnel werden also würde einfach alle Gesetzesvorhaben die der Kongress beschließen wollte mit seinen präsidenzieren wieder blockieren.
00:05:41: Aber gleichzeitig macht es für den Präsidenten schwierig, es schwierig machen sozusagen seine eigenen Anliegen auch durchzubringern.
00:05:49: Wir haben ja so eine ähnliche Situation in der Vergangenheit gehabt wo Obama gegen eine republikanische Mehrheit im Kongress eigentlich regiert hat und immer wieder auf Widerstand gestoßen ist oder Probleme bei der Umsetzung seiner Politik.
00:06:05: Jetzt geben wir natürlich schon einen Schritt voraus, aber wenn wir davon ausgehen dass die Demokraten beide Kammern gewinnen dann wäre es tatsächlich so das man einfach ein politischer Deadlock zu erwarten wäre.
00:06:14: Also dass in beiden Richtungen nichts wirklich passieren könnte denn die Demokraten könnten nicht ihre Gesetzesvorhaben durchbringen denn sie würden am Veto des Präsidentens scheitern während die Republikaner die dann die Minderheit stellen würden in beiden Kammern ihre Gesetzestvorhabem auch nicht durchbringen können.
00:06:31: realistisch oder was man in so einer Situation da normalerweise sieht ist eben auch, dass Trump eigentlich liegt.
00:06:37: Ist nämlich ein Dealmaking.
00:06:39: Dann müsste man nämlich sagen hier begeben euch dies dafür gibt ihr uns jenes und dadurch kann man dann diese politische Blockade in informellen Verhandlungen umgehen.
00:06:52: Nein, ich wollte nur sagen es ist.
00:06:54: dennoch hält natürlich so eine Situation die USA wesentlich auf seine Blockade.
00:07:01: Gerade auch wenn es um Budget und Finanzangelegenheiten usw.
00:07:04: gibt das eben ein riesen Streitthema
00:07:07: wo
00:07:08: beide Seiten sozusagen eine Chance für sich sind und dass immer wieder dem anderen jeweiligen anderen sozusagen einen Erfolg
00:07:18: misgönnen.
00:07:19: aber Ich bin manchmal ein bisschen skeptisch, wenn so aus einer europäischen Perspektive der Niedergang Trumps vorausgesagt wird.
00:07:32: Es ist natürlich klar, dass in Europa nicht besonders populär ist aufgrund seiner Politik gegenüber Europa.
00:07:41: aber ich fürchte das oft politische Einschätzungen und Analysen vor allem als Medienanalysen gerne unterschätzen und das auch in der Vergangenheit der Fall war, nicht nur was jetzt Umfragen angeht sondern auch sozusagen wie er auch noch drehen kann und mobilisieren kann die Leute.
00:08:02: Und deswegen mehr sind diese Umfragen
00:08:04: oft falsch.
00:08:05: Glaubst du
00:08:06: dass diesmal wirklich Trump auch aufgrund des Iran Krieges den natürlich extrem unpopulär ist?
00:08:12: Der hohen Inflationen in den USA, die viele Haushalte spüren Republikaner gewählt haben, also viele Gruppen stören.
00:08:21: Glaubst du das wirklich so dazu führt dass es sozusagen in seine blauen Welle kommen wird?
00:08:28: Also ich persönlich glaube daran denn die Vorzeichen für die Republikane sind
00:08:33: wirklich katastrophal
00:08:34: muss man sagen.
00:08:35: Die Spritpreise sind aktuell die höchsten jemals erhobenen SpritPreise am Tag einer Wahl und Traditionell ist es auch so, dass quasi ein unbeliebter Präsident bei den Mitwärms abgestraft wird.
00:08:49: Und Trump ist mitunter der unbeliebteste Präsident aller Zeiten zu diesem Zeitpunkt innerhalb einer Präsidentschaft.
00:08:56: Man kann sich nur noch über Eisenhower streiten kurz nach dem zweiten Weltkrieg und da geht das dann um Erhebungsmethoden
00:09:04: etc.,
00:09:04: aber er ist mehr oder weniger der unbeliebtesten Präsident aller Zeiten.
00:09:09: Wie du selber bereits gesagt hast Inflation ist sehr hoch in den USA, Lebenshaltungskosten sind sehr hoch.
00:09:16: Er hat wirklich zentrale Wahlkampfversprechen für die er auch gewählt wurde wie zum Beispiel keine Kriege mehr im Nahen Osten gebrochen.
00:09:30: Die Epstein-Pfeils, die er offenlegen wollte, hat er und der Republikanischen Kongress unter Verschluss gehalten.
00:09:38: Also all das wird ihm wirklich sehr negativ ausgelegt, sodass auch die republikanischen Berater, die Wahlkampfberater Trump mehr oder weniger über Hatte herumgebeten haben bitte nicht zu den Wahlkampfauftritten in den jeweiligen Staaten zu kommen.
00:09:54: Dieser ließ sich dann aber nicht davon abhalten und hat trotzdem Wahlkauftritte mit den entsprechenden Kandidaten gehalten, die denen aber auch wie das Internet Polling gezeigt hat geschadet hat.
00:10:06: Trump selber scheint natürlich nach wie vor überzeugt von seiner geheimen Superkraft, dass er ständig unterschätzt wird in den Umfragen werden und das nur er mobilisieren kann.
00:10:19: Und ich meine sicherlich hat er erst mit zwei Siegen drin!
00:10:23: den jeweiligen Präsidentschaftswahlkämpfen aufbewiesen, dass er einen unfassbaren politischen Instinkt hat und ein unfassbares Mobilisierungspotenzial.
00:10:30: Und deswegen besteht er auch darauf, dass es mehrmals aus diesem Wahlkampf auftritt und gesagt ja hier bei diesen Mitwärms das ist keine präsentielle Wahl aber bitte tut einfach so als wäre ich auf dem Wahlzettel.
00:10:43: Deswegen scheint es ganz klar Trump klug
00:10:45: war wenn wir
00:10:48: in die kommende Tage sehen.
00:10:51: Was ich aber noch als Einschätzung sagen würde, ist aus meiner Sicht wie gesagt könnten die Vorzeichen für die Republikaner kaum schlechter sein und deswegen gehe auch ganz klar von einem deutlichen Sieg für die Demokraten aus.
00:11:02: Allerdings muss man schon genau präzisieren was das bedeutet denn im Senat geht es wirklich um fünf sechs verschiedene Staaten die in die eine oder in die andere Richtung kippen können Und das sind nach wie vor sehr enge Rennen, da liegen vielleicht demokratische Kandidaten und Unfragewerten drei Prozent vorne.
00:11:25: Aber das ist im Erhebungsspielraum.
00:11:30: also insofern sind es wirklich extrem enge Rentnen und wenn drei oder vier davon gerade noch so für die Republikaner kippen dann erhalten sie eigentlich ihre Mehrheit im Senat sogar Und dann können die Demokraten auch nahezu jeden Waldistrikt in den USA gewonnen haben.
00:11:49: Sie werden aber trotzdem nicht die Mehrheit im Senat haben und das ist schon wichtig, was zu unterscheiden.
00:11:52: Also es ist sogar möglich dass die Demokraten ein historisch gutes Ergebnis erzielen Aber trotzdem nicht ins Senat kontrollieren auf dieser Grundlage genau.
00:12:01: Vielleicht
00:12:01: ein bisschen stärker die Debatten mitformen also vielleicht nicht sozusagen Trumps Politik aufhalten oder eben etwas im Kongress wirklich klar entgegensetzen, aber sie haben natürlich eine stärkere Präsenz in der politischen Debatte.
00:12:23: Eine Frage ist – ich meine die Demokraten waren doch nach dem sozusagen Verlust der Präsidentschaft nach beiden, Kamala Harris die gegen Trump verloren hat eigentlich in einer furchtbaren Situation.
00:12:39: Sehen wir ein Wiederaufstieg der Demokraten und wenn ja was ist das geschuldet?
00:12:46: haben sie jetzt einfach weil wir sehen auch sehr viele unterschiedliche Kandidaten.
00:12:49: diese aufstellen scheinbar offensichtlich nach jeweiliger regionale lokaler Notwendigkeit.
00:12:56: Also in Texas eine ganz andere Figur als in Michigan zum Beispiel oder auch in New York, der New Yorker Bürgermeister dem linken Lager zuzuordnen ist und so weiter.
00:13:07: also wir sehen die Demokraten sind nicht so homogen wie man sie vielleicht wahrnehmen könnte.
00:13:13: dennoch scheint es aber ein Erfolgsrezept gewesen zu sein.
00:13:15: was sagst du?
00:13:17: Also aus meiner Sicht ist die aktuelle Stärke der Demokraten vor allem ein Zeugnis der Schwäche der Republikaner oder eigentlich wirklich der sehr schlechten Bilanz der ersten zwei Jahre unter Trump, vor allem innenpolitisch.
00:13:30: Vor allem wenn es darum geht die Lebensumstände der durchschnittlichen Amerikaner.
00:13:36: Das ist wirklich eine katastrophale Bilanz, das können wir nicht anders resumieren.
00:13:39: Und das zeigt sich auch in den Umfragen also diesen extrem unzufrieden mit der bisherigen Bilanz und ich würde die Stärke der Demokraten vor allem darauf führen.
00:13:47: was aber jetzt bei den Mitwärms extrem spannend ist zu sehen ist dieser Fügelkampf den du auch bereits angedeutet hast zwischen dem linken Lager der Demokraten und dem sogenannten Establishment der Demokraten.
00:14:02: Die Establishment-Demokraten sind eher in einer Linie, mit beispielsweise Hillary Clinton zu sehen, während sich das linke Lager deutlich nach Bernie Sanders orientiert.
00:14:13: Der eben diesen Flügelkampf eigentlich als Solo-Undrubgrenörfen und so will bereits seit den Karten betreibt allerdings keine wirklich breite Unterstützung innerhalb der Partei gefunden hat und dies scheint sich nun nach und nach zu ändern.
00:14:27: also wir sehen Linke, Herausforderer in allen möglichen Bundesstaaten und die unterscheiden sich in ihrer Couleur durchaus nach dem jeweiligen Bundesstaat oder was vielleicht an politischem Gusto und Positionierung dort gefragt ist.
00:14:43: Ich würde aber trotzdem argumentieren sie eignet eigentlich deutlich mehr als dass sie trennt.
00:14:50: Sie sind nachher zu alle ökonomisch progressiv und sprechen eine ganz klare Klassenkampfrhetorik, was in den USA eigentlich sehr unüblich ist.
00:15:01: Zumindest wenn man die letzten Bekarten betrachtet.
00:15:07: Und sie haben alle auch einen Anti-Establishment Touch.
00:15:10: also insofern Sprechen auch viele Kommentatoren davon, dass die Demokraten jetzt ihren eigenen populistischen Moment erleben?
00:15:21: Also
00:15:21: es ist die Spiegelung von sozusagen das was MAGA im republikanischen Sektor ist.
00:15:28: Linken Demokraten im demokratischen Sektor.
00:15:32: Genau, das kann man durchaus so sehen und dieser Flügelkampf spielt sich deswegen jetzt vor allem in den Mitwärms so sehr zu weil das Hauptargument der demokratischen Establishment-Fraktion eigentlich immer war ja diese linken Ideen die sind natürlich populär und das sind natürlich einfache Lösungen wie man das immer gerne auch beim Populismus generell hört.
00:15:55: Aber so eine Position ist halt unwählbar auf die breite Masse betrachtet.
00:16:01: Also wenn man die sogenannten Independence, die weder klar zu den Republikanern noch klar zu dem Demokraten zählen, die aber oft das Zündlein an der Waage sind in diesen engen Wahlkämpfen – diese Independence wird man mit dieser sehr linken Politik nicht gewinnen können!
00:16:17: Das wäre immer das Hauptargument der Establishment-Demokraten und dass kommt jetzt unter einen echten Stress-Test bei diesen Miträumen.
00:16:27: Denn wir sehen ökonomisch sehr progressive Kandidaten in Michigan, in Texas und in vielen anderen Orten in den USA die in ihrer demokratischen Vorwahl bereits ihren Establishment contra hinten besiegt haben.
00:16:42: Und jetzt gegen einen Maga-Revolicana im Senatsrennen antreten in ihrem jeweiligen Start Falls diese mehrheitlich die Republikaner dort besiegen können, in buddhiststaatweiten Wahlen ist das Argument dass diese nicht seek fake wären, ist damit eigentlich widerlegt.
00:17:09: Und dann würde ich davon ausgehen, dass wir auch im Präsidentschaftswahlkampf zu achtundzwanzig
00:17:13: einen
00:17:14: recht progressiven Kandidaten sehen werden.
00:17:16: Aber ich meine du hast vor kurzem einen Text verfasst der
00:17:24: Comrade
00:17:24: Trump den Titel hatte also darauf hin war es das Trump eigentlich mit so nicht direkter Klassenkampf rhetorik aber dennoch eigentlich sozusagen die ehemalige Arbeiterschaft mobilisieren könnte.
00:17:38: Heißt das jetzt, dass diese linken Demokraten die wichtigsten Herausforderer für dieses Segment sind?
00:17:44: oder heißt es nicht
00:17:46: unbedingt?
00:17:47: Ist es eher ein städtisches gebildetes Publikum, dass dieser Linkstemokraten ansprechend Bernie Sanders war ja sehr auf Unis und so weiter populär.
00:17:56: Oder ist es tatsächlich... Die Arbeiterschaft, die sozusagen die Angst vor Status verlust hat und eben bei den letzten Malen eher zu Trump tendiert hat.
00:18:06: Die vielleicht auch für die Linksdemokraten zu gewinnen werden?
00:18:11: Ich würde sagen da gibt es schon eine große Überlappung zwischen zumindest einem Segment der Koalition, die hier im Jahr ist, die für Trump gestimmt haben und jetzt auch empfänglich sind für diese Botschaften linkeren Demokraten.
00:18:28: Wir haben beispielsweise im New Yorker Bürgermeisterwahlkampf gesehen, dass Mamdani der eben auch zu diesem flügelzuzuordnendesten blinken demokratischen Flügel zuzuordnen ist.
00:18:39: Er konnte dreißig Prozent der Waldestrikte gewinnen die nur ein Jahr vorher noch für Trump in der Präsidentschaftswahl gewonnen haben.
00:18:50: also hier gibt es durchaus eine ziemlich große Überlappung und ich denke auf deren Popularität Speist sich auch, zumindest zum Teil aus desillusionierten vorherigen Trump-Wählern.
00:19:03: Und man darf das Ganze nicht zu stark betrachten.
00:19:06: Donald Trump hat ja nicht die Präsidentschaft gewonnen nur mit absolut überzeugten Magersupertizenten oder Jüngeren.
00:19:16: Das war ein sehr breiter eine sehr breite Koalition, wo ja auch viele politische Kompetentoren extrem überrascht waren.
00:19:23: Dass es so eine breite Korrelation zusammenstellen konnte.
00:19:26: Aber im Endeffekt sind das ganz ähnliche Botschaften.
00:19:29: auch die Trumps, wo Jahrzehntzwanzig vertreten hat und jetzt der linke demokratische Flügel vertritt natürlich in einer anderen Rhetorik unter ein bisschen einem anderen Framing.
00:19:40: aber im Endefekt ist es eine Anti-Establishment-Rhetorika Oder ein Anti-establishment-Programm, ein Anti status quo-Proogramm.
00:19:47: Ein Programm pro starken Wandel, pro starkem ökonomischen Wandel und einfach eine generellen Verbildung der Lebenskosten.
00:19:55: Das ist worauf beide probabilistische Strömungen abziehen.
00:20:04: auch wenn sie oberflächlich betrachtet extrem unterschiedlich oder eigentlich... wirklich Gegenpule darstellen, gibt es dort schon extreme Überlappungen und ich finde auch das ein sehr spannender Entwickler.
00:20:18: Ich meine der US-amerikanische Kommentator Farid Zakaria zeigt oft dass was eigentlich in den USA am meisten sozusagen die letzten Jahre charakterisiert ist oder am stärksten charakterisiert
00:20:35: diese
00:20:35: unheimliche Mobilität in der Wählerschaft.
00:20:39: Also die Hispanics, die bei den letzten Wahlen wirklich zu einem großen Teil für Trump geschimpft haben da hat seine Popularität massiv abgenommen also sich mehr als halbiert.
00:20:50: das kann sich mit einem anderen Kandidaten dann später wahrscheinlich wieder vielleicht ändern.
00:20:55: Das was er aufzeigt ist diese Wellenbewegungen die viel stärker geworden sind und auch radikale Wechsel.
00:21:04: wahrscheinlich geht es auch einher mit diesen eher Rändern an beiden Bewegungen, die natürlich stark mobilisieren.
00:21:11: Siehst du das auch so?
00:21:12: Beziehungsweise was sind aus deiner Beobachtung heraus andere wichtige Trends, die man im Kontext der USA jetzt in Zusammenhang mit diesen Wahlen aber weit darüber hinaus bedenken sollte?
00:21:23: Was sind Faktoren, die deiner Meinung nach die nächsten Jahre in den USA und ihre Politik bringen?
00:21:31: Also zum einen würde ich dem schon zustimmen, denn was wir schon seit längerer Zeit beobachten
00:21:35: ist einfach
00:21:36: eine extreme Polarisierung im Kongress
00:21:39: als auch
00:21:39: in der Bevölkerung.
00:21:41: Ja aber die beiden Pole können die Leute nicht halten unbedingt ja.
00:21:45: also das ist das Interessante.
00:21:46: Genau
00:21:46: genau, aber ich glaube es geht damit schon einher, genau, denn diese Polarisierungen geht auch einher mit einer extremen Unzufriedenheit bezüglich der politischen Responsivität, also wie das politische System quasi reagiert auf die Erwartungen der Wählerschaft.
00:22:06: Und diese werden quasi ständig enttäuscht wählen dann den Gegenkandidaten und dadurch sind auch diese oder den Gegenentwurf und dadurch ist auch diese starken Wählerwanderung eigentlich mit dieser Polarisierung verknüpft.
00:22:21: Eine andere ganz starke Trendlinie, die wir auf dem OIP schon seit Anfang des Jahres herausgestellt haben ist natürlich der Krieg im neuen Osten und damit auch verbunden die Israel-Unterstützung.
00:22:36: Es gibt eine sehr starke Bewegung innerhalb der Demokraten, aber auch innerhalb der Republikaner.
00:22:41: Also hier ist wieder eine interessante Überlappung.
00:22:43: Das ist vor allem meine Generationelfrage für jüngere Generationen und das ist auch mit U u unter fünfzig Jahren definiert.
00:22:54: Ist die Israelfrage auch sehr entscheidend.
00:22:56: also wie viel bedingungslose Unterstützung soll eigentlich an diesen Staat gehen?
00:23:03: Während die meisten Amerikaner das Gefühl haben, dass die Lebenshaltungskosten in den USA einfach explodieren und gleichzeitig gibt es so einen enormen Aufwand für Kriege überall auf der Welt aber eben auch eine unbedingte Unterstützung.
00:23:24: dieses Partnerlandes im Nahen Osten, in dem viele nicht mehr die Sinnhaftigkeit sehen.
00:23:29: Aber diese Debatte geht auch noch ein Stück weiter über den Lobbyismus in Washington und quasi den Einfluss von Kapital- und auch ausländischem Kapital also eben auch Kapital das aus Israel kommt aber auch eben vom amerikanischen Unternehmen, die durchaus von diesem kriegen einen weiten Teil profitieren ist man denkt eine großen Techunternehmen die sind alle mehr oder weniger Kriegsprofiteure und natürlich die großen Waffenproduzenten etc.
00:23:58: Die massive Zuwendungen in den Wahlkampf.
00:24:05: Ja, ja, Speisen!
00:24:07: Und das nochmal allgemeiner gefasst ist auch ein... Sehr großes Thema, was die Geister spaltet ist allgemein der überbordende Einfluss des Kapitals und des Geldes auf die Wahlen in den USA.
00:24:21: Also es gab in den Zehnerjahren einige gerichtliche Urteile und Gesetzesentwürfe, um eine komplizierte Geschichte kurz zu halten, die es im Endeffekt erlauben Unternehmern und Unternehmen endlos unlimitiert viele Wahlkampfspenden beizutragen.
00:24:42: Elon Musk hat doch unheimlich viel in Texas
00:24:46: gearbeitet.
00:24:46: Genau, Elon Musk hatte nur in diesem Wahlkampf eine halbe Milliarde in Texas Wahlkämpfe investiert.
00:24:54: für ihn ist es natürlich auch extrem wichtig.
00:24:57: er hat seine Firmensitze von Kalifornien nach Texas umgezogen und wenn dort jetzt eine progressivere Regierung an die Macht käme wäre das für ihn und seine Firmen
00:25:09: zumindest
00:25:09: wahrscheinlich nachteilig, denn diese würden stärkere Regulierungen vorantreiben
00:25:14: etc.,
00:25:15: als die Demokraten.
00:25:16: Aber auch die Demokraten!
00:25:19: Als die Republikaner, genau.
00:25:21: Aber beide Parteien nehmen extrem viele Wahlkampfspenden und deswegen ist es aber auch diese linke Flügel der Demokraten, der jetzt ausdrücklich sagt wir nehmen oder zumindest einige Kandidaten von denen sagen ausdrücklich wir nehmen gar keine Wahlkampfspenden von irgendwelchen Unternehmen oder irgendwelche Interessensgruppen an.
00:25:38: Wir nehmen nur kleine Wahlkompenspenden von Einzelpersonen an Und ich denke, das ist auch eine Kassel.
00:25:49: Money out of politics ist auch ein Rydenthemen.
00:25:52: Ja, du sagst, es geht des Kapitalen, die Tech-Unternehmern, die dahinter stehen und Palästina, Israel sind durchaus wichtige Themen, die Leute bewegen und mobilisieren.
00:26:06: Gerade das außenpolitische Thema im innenpolitischen Wahlkampf eine Rolle spielen ist relativ ungewöhnlich, im Kontext der USA.
00:26:14: Da ist sozusagen eher auf einer anderen Ebene oft angesiedelt gewesen und da sieht man wie stark es jetzt in den USA hinein spielt.
00:26:25: Ich meine diese Datacentra sind doch auch ein riesen Thema gewesen, da steckt
00:26:29: natürlich
00:26:30: auch Tech dahinter.
00:26:31: Vielleicht kannst du weiter auch zu den Tech-Giganten und sozusagen diese Tech-Bro-Politics, die wir immer mehr sehen.
00:26:40: Und die weit über die USA hinaus einen Einfluss haben ihr dazu auch forscht.
00:26:45: Kannst du was zu diesen Datacenters sagen inwiefern?
00:26:50: Die einerseits eine wichtige infrastrukturellen Vorteil für die USA bieten als ein strategisches Zitzen und andererseits aber auf lokale Ebene natürlich großen
00:27:01: Widerstand
00:27:01: hervorrufen und wie weit diese Techfirmen eigentlich inzwischen Politik formen.
00:27:10: Also, ich glaube da muss man einmal ausholen und sagen dass die US-Administration komplett überzeugt ist das KI-Rennen oder die entscheidende Machtpolitische Entwicklung dieses Jahrhunderts sein wird Wie es Trump formuliert hat wer KI gewinnt.
00:27:34: Insofern teilen da die Exekutive mit den Tech-Giganten, die von der KI enorm profitieren oder diese als riesen Geschäftsfeld sehen.
00:27:46: Teilen dort dasselbe Interesse in diesen Data Centers überall in den USA zu bauen.
00:27:50: Warum braucht man diese Data Centers?
00:27:52: Die sind im Endeffekt die Infrastruktur auf der die KI trainiert aber auch dann quasi betrieben wird, sobald ein Modell fertig trainiert ist.
00:28:06: Je mehr einfach gesagt, je mehr Datacent man hat desto mächtiger KI hat man, desto mehr KI-Anwendungen kann man gleichzeitig betreiben und desto der eigenen KI kann man auch der ganzen Welt zur Verfügung stellen Was quasi eine ganz wichtige Logik aus der Sicht des Weißen Hauses ist, vom China einzugegen indem man viele Partner gewinnt im KI-Rennen die auf der amerikanischen KI basieren oder diese beziehen.
00:28:36: Aus dieser logik heraus und aus dem marktwirtschaftlichen Logik heraus dass die Tech Unternehmen dies eben auch als Wette des Jahrhunderts sehen das das die Flüsseltechnologie in Zukunft ist werden Datencenter im ganzen Land gebaut Und besonders empfänglich sind natürlich hier dann
00:28:53: auch
00:28:54: lokale Politiker und Entscheidungsträger, die von den Wahlkampfspenden der entsprechenden Firmen abhängig sind.
00:29:04: Deswegen ist das auch wieder
00:29:06: verbunden
00:29:07: mit dem was ich vorher besprochen habe, mit dem Einfluss des Geldes auf die Politik.
00:29:12: Also ich würde auch die Unzufriedenheit in der US-Bevölkerung in diesem Zusammenhang sehen, dass sie quasi sagen ihr baut hier rücksichtslos diese extrem lauten stinkenden Wasserversrauchende umweltschädlichen Datacenters bei uns in den Vorgarten hinein und wir haben eigentlich gar kein Mitsprache recht weil unsere lokalen Repräsentaten mehr oder weniger bei euch in der Tasche sind.
00:29:40: Also ich würde das auch im populistischen Moment sehen.
00:29:44: Ich glaube persönlich dass sich da nichts ändern wird, egal ob die Demokraten oder die Republikaner und also quasi die Mehrheiten im Kongress stellen.
00:29:53: Denn die Exekutive ist so sehr überzeugt davon – das ist für sie die absolut wichtigste Vorhaben dieses KI-Rennen zu gewinnen!
00:30:07: dass die alle ihre verbleibenden Kapazitäten, von denen sie auch noch welche haben werden.
00:30:11: Auch wenn Sie beide kann man das Kongressus verlieren.
00:30:14: Darauf fokussieren werden.
00:30:15: aus meiner Sicht und ich würde sogar so weit gehen, dass ich sage einzelne Abgeordnete sind sicherlich authentisch kritisch gegenüber den Data Centers aber auch die meisten demokratischen Abgeordneten sind mehr oder weniger abhängig von den Wahlkampfspenden der Tech Firmen oder Firmen die wiederum den Techfirmen zuarbeiten etc.
00:30:37: Also ich und viele Eliten in den USA teilen auch einfach die Einschätzung, dass das Karrieren von so einer entscheidenden geopolitischen Bedeutung ist, dass man da keine Verangsamungen riskieren kann.
00:30:50: also aus meiner Sicht würde ich da keine große Kurskorrektur erwarten egal wie jetzt dem Betriebsausgehen.
00:30:57: aber du hast natürlich vorkommen recht.
00:30:59: es ist schon ein großer Unzufriedenheitsfaktor der
00:31:03: vor allem in den betroffenen Wahlbezirken wahrscheinlich, also dort.
00:31:08: Genau wo diese Dinge gebaut werden.
00:31:11: allerdings gibt es da auch große PR-Kampagnen die quasi dann versuchen die lokale Bevölkerung zu überzeugen und das wird extrem viele Arbeitsplätze generieren um dem Endeffekt wären eure Grundstückswerte dann übersteigen wenn ihr dieses Data Center eben
00:31:26: habt.
00:31:26: Wir genießen aus Erfahrung dass das meistens nicht den Leuten vor Ort so gut kommt sondern anderen.
00:31:32: Danke vielmals, Johannes.
00:31:34: Ich finde wir haben einen sehr guten Überblick uns verschafft über die Bedeutung dieser Midterms beziehungsweise eigentlich auch nicht nur die aktuell politische Bedeitung sondern warum Wahlen in den USA immer schwieriger?
00:31:52: werden und immer im Kämpfer sind, weil auch so viel Geld im Einfluss nimmt auf Wahlen.
00:31:58: Es war zwar immer schon Sorge, das hat sich jetzt glaube
00:32:00: ich noch einmal... Das hat sich wirklich
00:32:02: enorm von der Führung gelernt.
00:32:03: Ja oder es ist zu einer Kapitalisierung sozusagen des demokratischen Wahlsystems geworden mit Wichtigen Auswirkungen natürlich auch sogar auf andere Ebenen, wo wir allen stattfinden.
00:32:16: Wir wissen auch das zum Beispiel in Schulen Eltern ausschüssen und so weiter.
00:32:22: selbst dort wahnsinnig viel Geld hineinfließt.
00:32:26: Sozusagen
00:32:26: die Wahrnehmung ist es geht um die Zukunft des Landes und in dem Fall unserer Kinder.
00:32:31: Das heißt die USA werden wahltechnisch spannend bleiben.
00:32:35: Wir sind nicht wie diese mithörms jetzt aus heutiger Sicht ausgehen aber Voraus zu sagen, dass Donald Trump wahrscheinlich sich dennoch über einiges hinwegsetzen wird und es wahrscheinlich diese Polarisierung die wir in den USA sehen zwischen Demokraten bzw.
00:32:56: einem bestimmten Flügel der Demokraten und der Trump-Administration sich noch weiter verstärken
00:33:01: geht.
00:33:02: Absolut!
00:33:03: Vielen Dank und Ihnen alles Gute!
00:33:11: Besuchen Sie unsere Webseite unter oep.ac.at für zusätzliche Inhalte und bleiben Sie dran!
00:33:19: Spannende Einblicke erwarten Sie in der nächsten Folge.
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